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19.09.2007

Deutsche Meisterschaft Rechlin

Resi segelt knapp am Podest vorbei

von Frank Brandes

Die Deutschen Meisterschaften im Kuttersegeln standen in diesem Jahr im Zeichen einer Rekordbeteiligung. 49 Kutter aus ganz Deutschland trafen sich an diesem Wochenende in Rechlin / Müritz. Die Teterower Kuttercrews der Resi unter Steuermann Hubert Zisch und die Poseidon unter Raik Rachow waren mit im Regattafeld dabei. Es wurde die spannendste Deutsche Meisterschaft nach vielen Jahren. Die Ausgeglichenheit der Top – Team zeigte sich am Ende des ersten Tag. Nach 4 Wettläufen und 7 Stunden auf dem Wasser waren 4 Mannschaften insgesamt nur 2 Punkte auseinander. Die Resi belegte hinter dem Kutter Preussen aus Potsdam den zweiten Platz. Obwohl die Starts nicht ganz so optimal liefen, konnte sich die Mannschaft immer wieder nach vorne segeln. Windgeschwindigkeiten zwischen 4-5 und Böen bis 6 ließen keiner Mannschaften Zeit zum verschnaufen. Viel Arbeit an Bord der Boote und enormer Kraftaufwand war nötig, um die Kutter gut durch den Kurs zu bringen. Am Ende des Tages ersegelte die Resi die Platzierungen 2/3/5/3. Die Poseidon konnte sich zwar nicht im vorderen Feld behaupten, setzte sich aber mit einer kontinuierlichen Leistung im Mittelfeld fest und ersegelte die Platzierungen 23/22/14/15. Der zweite Tag wurde durch die Wetterverhältnisse noch extremer für die Mannschaften. Windstärke 5 und in Böen 7 erwartete die Kuttercrews in der ersten Wettfahrt. Die Starts wurden wie schon am ersten Tag sehr verbissen und aggressiv angegangen. Die Resi erwischte wieder keine guten Starts und musste dem Feld hinterher segeln. Man war zeitweise auf dem 25. Platz, konnte aber kontinuierlich nach vorne seglen. Am Ende reichte es aber nur zu den Plätzen 8 und 7. Da es in diesem Jahr eine unheimliche Dichte von guten Kuttern gab, war die Überraschung und Freude trotzdem groß, als bei der Siegerehrung Hubert Zisch und seine Mannschaft mit dem 4. Platz belohnt wurden, knapp hinter dem Kutter Matjes aus Berlin. Die Poseidon konnte die Kontinuität des ersten Tages fortsetzen und ersegelte die Plätze 14/16. Im Gesamtergebnis kam man im vorderen Drittel auf dem 17. Rang. Deutscher Meister wurde die Preussen unter Joachim Engbers.

 

Resi holt Landesmeistertitel 2007

Poseidon erreicht angepeiltes Ziel

„Zur Schlachte der Giganten“ kam es laut Torsten Schliecker, Vertreter des Landesseesportbundes M-V, bei der letzten Wertungsregatta um den Landesmeistertitel der Kuttersegler in M-V. Damit meinte er die in dieser Saison dominierenden Kutter Habakuk 2 aus Rostock und die Resi aus Teterow. Beide Kutter hatten vor der letzten Wettfahrt in Schwerin nur wenige Punkte unterschied in der Gesamtwertung. Rein rechnerisch wussten die Teterower: gewinnt die Habakuk 2, muß die Resi unter die ersten drei kommen, um den Titel zu gewinnen. So spannend wie sich das im Vorfeld las, wurde es letztendlich auch. Das zweite Boot des Teterower Seesportvereins, die Poseidon unter Jungsteuermann Philipp Zisch, hatte als reales Ziel einen einstelligen Platz ins Visier genommen. Den optimalen Start aber konnte erst einmal die Habakuk 2 unter Malte Sauerbrey verbuchen. Man kam vom Start weg auf den ersten Platz und konnte den freien Wind nutzen, um sich vom Starterfeld abzusetzen. Ganz schlecht traf es die Resi sowie auch die Poseidon. Im Mittelfeld gestartet, lief die Resi auf der ersten Kreuz ganz schlecht. An der ersten Wendtonne lag man auf den 13. Platz von 19 Kuttern. Die Poseidon lag gleich dahinter. Der nun anfallende Spinnakerkurs ließ die Resi jedoch noch Hoffnung schöpfen. Auf dem Kurs nach Zippendorf konnte man viele vorliegende Kutter aufholen und lag an der Wendtonne vor dem Zippendorfer Strand auf dem 7. Platz. Die Poseidon war nicht ganz so stark, konnte sich aber auch um ein paar Plätze verbessern. Der Kurs Richtung Paulsdamm zog das Feld weit auseinander, zwischen der führenden Habakuk 2 und der Resi bis zu 6 Minuten. An der Tonne Paulsdamm war der Teterower Kutter schon ein Stück an die Führenden Kutter herangekommen und belegte mit 4 Minuten Rückstand den 4. Platz. Die kommende Stunde auf dem Schweriner See konnte sich die Resi-Crew (bestehend aus H. Zisch, R. Gasde, F. Brandes, R. Liedtke, T. Seidel und Steffen Emmerich) noch auf den 3. Platz verbessern. Am Teilziel und Zeitmesspunkt vor dem Paulsdamm musste man aber weiterhin mit 4 Minuten Rückstand auf die führende Habakuk 2 und dem Kutter Matjes aus Berlin leben. Die Poseidon konnte sich ebenfalls im Feld weiter nach vorne schieben und setzte sich auf den 9. Platz fest. Nach einer einstündigen Pause folgte der erneute Start der 19 Kutter. Man startete den Platzierungen entsprechend und in den Abständen nach der Zeitmessung. Die Jagd auf das führende Schiff wurde nach jeder Seemeile spannender. Kurz vor der Durchquerung der Inseln Kaninchen Werder und Ziegen Werder fuhr die Habakuk 2 nach einen kapitalen Fehler in die Windabdeckung der Ziegen Werder Insel. Beide Kutter konnten nun direkt auflaufen, der Matjes unter Bernd Helms fuhr sogar auf die führende Position. In Sekundenabständen ging es durch die Inseln hindurch. Am Ende dieser Passage und andauernden Positionskämpfen kam die Habakuk 2 vor der Resi und Matjes an der letzten Wendtonne am Strand vor Zippendorf an. Nach der Tonne wählte nur der Kutter Matjes einen anderen Weg zur Ziellinie. Steuermann Malte Sauerbrey konnte die Habakuk um etwa 6 Bootslängen von der Resi absetzen. Kurz vor dem Ziel gelang der Matjes noch zwischen die beiden Kutter und nahm den Teterowern den zweiten Platz noch weg. Als zweitplatziertes mecklenburger Boot konnte man aber die nötigen Punkte zum Gewinn der Landesmeisterschaft einstecken. Philipp Zisch und seine Mannschaft hatten auf dem Rückweg vom Paulsdamm ähnlich aufregende Minuten zu überstehen. Angriffe und Positionskämpfe wurden in dem dichten Feld durchgeführt. Nach dem Ende der Regatta stand aber fest, die Poseidon konnte sich in dem erfahrenen Feld gut behaupten und segelte auf den erhofften einstelligen neunten Platz. In der Rangliste beenden sie mit dem elften Platz die Wertungsläufe. Zu dem abschließenden Show – down der besten Boote kommt es am kommenden Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft auf der Müritz vor Rechlin. Die Resi reist als Titelverteidiger an und möchte natürlich mit einem Sieg und den damit verbundenen Double den Erfolg vom Vorjahr wiederholen.

 

Wohlenberger Wiek Pokal/Wismarer Hafenpokal

Resi gewinnt bei starken Winden

Eine Doppelregatta wurde ausgetragen, ungewöhnlich aber auf Grund des Neubaus der Marina-Anlage in Tarnewitz/Boltenhagen in diesem Jahr nicht anders machbar. Es gab ein Zusammenschluss und somit wurden die Regatten um den Wismarer Hafenpokal und Wohlenberger Wiek Pokal diesmal gemeinsam von Wismar aus gestartet. Die erste Regatta ging von Wismarer Hafen durch die Wismarer Bucht in den Wohlenberger Wiek bis nach Tarnewitz. Bei fünf Windstärken, in Böen sechs starteten für Teterow die Kutter Resi und Poseidon. Prekär war die Lage der Poseidon. Für Steuermann Philip Zisch war es die erste starkwindige Regatta. Außerdem war das Boot mit zwei Neulingen, Anja Schmidt und Matthias Gaida, alles andere als mit einer erfahrenen Mannschaft besetzt. Nach dem Start zog sich das Kutterfeld ein wenig auseinander, ohne jedoch den Kontakt aufeinander zu verlieren. Die Wendemarken konnte die Kuttercrew der Resi jedes Mal als erstes erreichen. Bei den Windstärken konnte die Mannschaft um Hubert Zisch die Erfahrungen am besten ausspielen. Das letzte Teilstück vor Tarnewitz hatte es dann aber in sich. Eine ruppige See mit starken Böen begleitete die Resi bis zum Schluss der ersten Regatta. Unbeschadet gewann die Crew mit 3 Minuten Vorsprung vor der Kreihndörp/Boltenhagen die erste Regatta, die Poseidon wurde vierzehnter. Im Ziel angekommen ging es aber gleich wieder weiter mit dem Wettstreit um den Wohlenberger Wiek Pokal. An der Ziel und Wendemarke wurde die Startzeit für das Einzel-Zeitrennen genommen. Diese Rennen wurde für die Resi nun zum kleinen Trauma. Nach einigen hundert Metern sollte der Spinnaker gesetzt werden. Das Manöver, sonst kein Problem für die Beteiligten, stellte sich als Kuriosität heraus. Alles wurde augenscheinlich richtig gemacht. Und doch, als der Spinnaker sich mit Luft füllte, löste sich der Spinnakerbaum aus der Masthalterung, vom Spinnaker selber und auch noch aus der Topnante. Zu aller letzt flog er über Bord. Eine sofortige Wende wurde eingeleitet um den Spinnakerbaum wieder an Bord zu holen, was zum Glück auch gelang. Es ging aber weiter mit den Pleiten. Nach einer kurzen Fahrt unter Spinnaker kam dieser plötzlich herunter, konnte aber zum Glück schnell wieder gesetzt werden bevor er unter das Boot gelangte. Was dann aber folgte war der endgültige Schlusspunkt. Die Befestigung am Mast konnte den extremen Druck nicht standhalten und brach. Somit musste der Spinnaker niedergeholt werden, was sehr viel Schnelligkeit kostete. Die restliche Streck zurück wurde die Crew zwar nicht eingeholt, verlor aber nach einer guten Führung aufgrund der Umstände viel Boden und wurde in der Zeitwertung um den Pokal auf den siebten Platz durchgereicht, letztendlich mit vier Minuten Rückstand auf das Siegerboot Venus/Rostock. In der Gesamtwertung konnte die Crew um Hubert Zisch aber wieder strahlen. Der Gesamtsieg ging an die Resi. Die Poseidon gelang zwar mit dem 13. Platz kein Spitzenergebnis. Aber trotzdem gilt der Mannschaft viel Respekt entgegen zu bringen. Sie segelte bei diesen Bedingungen bis zum Ende durch. Insbesondere das wackere Auftreten der Neulinge und Philip Zisch gebühren dabei Anerkennung.

 

Segelentscheidung am Tisch getroffen

Zum 44. Mal war Stralsund Austragungsort der einst größten maritimen Veranstaltung der Kuttersegler. Ist man vor 15 Jahren noch mit bis zu 80 Booten, waren es diesmal 31 Segler. Beim Blauen Band vom Strelasund gibt es immer zwei Wertungstage. Am ersten Tag wird eine Langstrecke durch den Rügendamm in Richtung Stabrode und zurück gesegelt. Am zweiten Tag segeln alle Besatzungen olympische Kurse aus. Was bei einer Langstrecke sehr selten ist jedoch diesmal aufkam, die erste Seemeile entschied das ganze Rennen. Beim Start mit dabei der Kutter Resi unter Hubert Zisch. Daneben alle führenden Boote der Kutterszene. Die erste Wendmarke nach dem Start wurde zum großen Problem. Nicht eindeutig verbindliche Äußerungen der Wettkampfleitung und die ersten Boote gingen mit Steuerbord um die Tonne. Ein folgenschwerer Fehler, denn diese Tonne sollte mit Backbord gerundet werden. Mit dabei der Kutter des Teterower Seesportvereins. Eine anschließende Wiedergutmachung wurde zwar durchgeführt, wurde aber nach diesem Fehler nicht als solche akzeptiert. Trotz der sehr frühen Disqualifikation segelte die Mannschaft weiter auf Angriff. Man kam auf einem zweistündigen Spinnakerkurs und einer dreistündigen Kreuz vom elften Platz bis auf den zweiten vor. Wegen der Disqualifikation gewann dieses Rennen die Venus aus Rostock mit einem fünften Platz. Alle anderen schnelleren Boote wurden aus der Wertung geholt, dazu kamen noch zwei weiter hinteren Plätzen. Am zweiten Tag sah es dann seglerisch für die Teterower Mannschaft besser aus. Nach einem guten Start konnte man sich gleich mit in das vordere Feld schieben. Der lange Kurs ließ das Ende bis zum Schluss offen. Letztendlich konnte sich die Teterower Mannschaft aber knapp vor der Zuarin/Schwerin durchsetzen. Der erste Platz im zweiten Lauf bedeutete am Ende in der Gesamtwertung den zehnten Platz um das Blaue Band des Strelasund. Was letztendlich nach diesem Wochenende blieb ist sicher noch die Diskussion um die Disqualifikation. Nach dem Regelbuch eine vertretbare Maßnahme gegenüber den sieben Kuttern. Aus sportlicher Sicht eine umstrittene Entscheidung, da es keine Nachteile und Beeinträchtigung der anderen Boote gab und die missverständlichen Äußerungen des Schiedsgerichts weiter bestehen bleiben. Es gewann trotz einer seglerisch deutlichen Unterlegenheit die Habakuk 2 aus Rostock mit einem 6. und 4. Platz.

 

 

Genugtuung nach Regattasieg in Ueckermünde

Teterower Seesportverein gewinnt mit der Resi das Blaue Band vom Stetiner Haff

Höhen und Tiefen bestimmen das Sportlerleben, auch bei Seesport. Nachdem bei der Regatta um das Blaue Band vom Strelasund der Kutter Resi, mit Steuermann Hubert Zisch, disqualifiziert wurde (wir berichteten), wurden die seglerischen Verhältnisse an diesem Wochenende wieder zurecht gerückt. Das Blaue Band vom Stetiner Haff stand diesmal im Mittelpunkt der Segler aus Teterow. Mit 21 Kuttern wurde das Feld auf einen lang abgesteckten Kurs geschickt. Nach dem Start konnte sich die Resi an der Luvtonne an zweite Position setzen. Mit dem Ziehen des Spinnakers wurde dann aber schnell die Führung übernommen. Auf dem kommenden einstündigen Spinnakerkurs wurde ein guter Vorsprung vor den Gewinnern und Zweitplatzierten der Stralsunder Regatta herausgesegelt. Nach der Wendmarke stand ein fast zweistündiger Kurs an. Dieser wechselte mal vom Kreuzkurs zum Anlieger und wieder zurück. Beim Anliegerkurs wurden die Stärken der Rostocker Boote sichtbar. Sie kamen nahe an die Resi – Crew heran, mussten aber bei Winddrehungen zum Kreuzkurs ihre Schwächen offenbaren und verloren wieder am Boden. An der Wendmarke hatte die Resi letztendlich 6 Minuten Vorsprung. Auf dem letzten Teilstück konnte keines der Boote mehr den Teterowern gefährlich werden. Der Teterower Seesportverein kam mit der Resi mit über vier Minuten Vorsprung im Ziel an und gewann damit das Blaue Band vom Stetiner Haff. Eine Genugtuung der Bootsbesatzung, da hiermit eine Wiedergutmachung stattfand und die Rostocker Boote auf die Plätze zwei und drei verwiesen wurden. Mit diesem Sieg konnten sich die Teterower mit der Resi in der Landes - Ranglistenwertung weiter nach oben schieben und unter den ersten drei festsetzen. Ein entscheidender Lauf wird in Teterow erwartet. Am dritten Augustwochenende kommen die Seesportsegler aus mehreren Bundesländern nach Teterow, um den Kapitän – Kaempf – Pokal auszusegeln.

 

Frank Brandes